Der Löwenzahnsalat

 

Der Löwenzahn wird generell als Feind der Gartenkultur angesehen. Dabei ist er, wenn man ihn entsprechend behandelt, als Gesundheitssalat äußerst schmackhaft. Zunächst möchte ich einen Eintrag in meinem Gästebuch aufführen, der diesen Aspekt betrifft.

Richard Rentrop (Montag, 31. Januar 2022 15:43)

Heilende Wirkung: Bei diesen Beschwerden hilft Löwenzahn

An Wegrändern, auf Wiesen oder im eigenen Garten: Fast über das ganze Jahr verteilt finden aufmerksame Beobachter die Löwenzahnblätter in der Natur. Dabei ist der Korbblütler nicht ausschließlich das Unkraut, für das er im Garten häufig gehalten wird. Als Heilpflanze findet Taraxacum officinale – so der lateinische Name des Löwenzahns – vielfältige Anwendung, so auch gegen diese Beschwerden:

Verdauungsstörungen
Appetitlosigkeit
Gallenschwäche
Bauchspeicheldrüsenschwäche
Harnwegsentzündungen
Wassereinlagerungen im Bindegewebe
Hauterkrankungen

Bei der Anwendung kommen vor allem die vielfältigen Heilwirkungen von Löwenzahn zum Einsatz. So aktiviert die Pflanze unter anderem Leber und Bauchspeicheldrüse, regt den Appetit an und reinigt das Blut. Häufig eingesetzt wird Löwenzahn deshalb zum Beispiel auch in Fastenkuren, als Tee, Honig, oder als Ersatz für Kaffee. Doch auch in roher Form hilft die spätere Pusteblume gegen vielfältige Beschwerden.

 

Ich lernte den gezüchteten Löwenzahn zuerst im Saarland kennen, wo er aus Frankreich importiert mit angeschnittener Pfahlwurzel als teuerster Salat (da zweijährig) angeboten wird, entweder in gelb oder lindgrün, abhängig von der Abdeckung beim Austrieb. Er ist dann sehr mild, ohne den bitteren Saft, der ihn uns als Salat verleidet. In einem gepachteten Gartengrundstück baute ich ihn so mit Verdunkelung an, Ernte März bis April.

Jetzt im Herbst, wo ich in meiner Umgebung ihn in den Vorgärten sprießen sehe, wollte ich ihn auch als Salat ausprobieren. Dazu habe ich den Bittersaft ausleiten müssen. Das funktioniert am besten klein geschnitten im Wasserbad, wobei ich nur die Stängel der Blätter verwerte, wo nur der Blattansatz zusehen ist. Das ergibt einen knackigen wohlschmeckenden Salat. Die entfalteten Blätter sind wenig schmackhaft, weil dort der Bitterstoff nicht verschwindet.

Im Spätherbst werde ich starke Pflanzen aus meinem Garten, wo ich sie habe wachsen lassen, in ein Hochbeet verpflanzen, die Blätter abschneiden, lockere Erde darüber aufschichten, und im Winter eine schwarze Folie darüber ausbreiten.

Aber auch ohne diese Umstände kann man auf einer Wiese wie im Herbst den Löwenzahn mit Wurzelanschnitt stechen. Wenn die Blütenknospen sichtbar werden, ist die Erntesaison vorbei.