Katzenlyrik

 

 

Horst Rehmann (Mittwoch, 14. September 2022 15:10)

 

Abschied von Kater Kuno

Kuno mein Freund, es ist jetzt Zeit,
dir einen Hinweis zu geben,
der Schatten, der herbeigeeilt,
senkt sich herab auf dein Leben.

Viel Freude hast du mir gemacht,
wolltest stets neben mir liegen,
hast Harmonie ins Haus gebracht,
mit schnurren und mit anschmiegen.

Die Couch hast du mit mir geteilt,
und zuweilen auch die Speisen,
zum Schmusen warst du gern bereit,
wolltest so, Liebe beweisen.

Dein Leib ist schlaff, es tut mir Leid,
recht hohl sind auch deine Flanken,
dein Tag ist voller Müdigkeit,
du bist immer nur am Schwanken.

Deine Augen sind trüb, nicht blank,
deinem Haar fehlt Seidenschimmer,
seit langem bist du sterbenskrank,
jetzt musst du gehen, für immer.

Mein lieber Kater, es ist hart,
lass mich dir die Hände reichen,
du warst ein guter Kamerad,
ein Kuscheltier – zum Herzerweichen.

 

Petra Feil (Sonntag, 06. Februar 2022 16:29)

 

Die polyglotte Katze

Die Katze sitzt vorm Mauseloch,
in das die Maus vor kurzem kroch,
und denkt: "Da wart nicht lang ich,
die Maus, die fang ich!"

Die Maus jedoch spricht in dem Bau:
"Ich bin zwar klein, doch bin ich schlau!
Ich rühr mich nicht von hinnen,
ich bleibe drinnen!"

Da plötzlich hört sie - statt "miau" -
ein laut vernehmliches "wau-wau"
und lacht: "Die arme Katze,
der Hund, der hatse!
Jetzt muß sie aber schleunigst flitzen,
anstatt vor meinem Loch zu sitzen!"

Doch leider - nun, man ahnt’s bereits -
war das ein Irrtum ihrerseits,
denn als die Maus vors Loch hintritt -
es war nur ein ganz kleiner Schritt -
wird sie durch Katzenpfotenkraft
hinweggerafft! - - -

Danach wäscht sich die Katz die Pfote
und spricht mit der ihr eignen Note:
"Wie nützlich ist es dann und wann,
wenn man ’ne fremde Sprache kann ...!"

 

 

Charles Baudelaire (Sonntag, 06. Februar 2022 16:29)

 

Rätselvolle Katze

In meinem Hirn, als wär's ihr eigner Raum,
Schleicht auf und nieder auf der weichen Tatze
Geschmeidig sanft die schöne, stolze Katze.
Und ihrer Stimme Tun vernimmt man kaum.

So zart und heimlich ist ihr leis' Miauen.
Und ob sie zärtlich, ob sie grollend rief,
Stets ist der Klang verhalten, reich und tief
Und Zauber weckend und geheimes Grauen.

Die Stimme, die schwere Perlen sank
In meines Wesens dunkle Gründe nieder,
Erfüllt mich wie der Klang der alten Lieder,
Berauscht mich wie ein heißer Liebestrank.

Sie schläfert ein die grausamsten Verbrechen,
Verzückung ruht in ihr. Kein Wort tut not,
Doch alle Töne stehn ihr zu Gebot
Und alle Sprachen, die die Menschen sprechen.

Auf meiner Seele Saitenspiel ließ nie
Ein andrer Bogen so voll Glut und Leben
Die feinsten Saiten schwingen und erbeben,
Kein anderer so königlich wie sie,

Wie deine Stimme, rätselvolles Wesen,
Seltsame Katze, engelsgleiches Tier,
Denn alles, Welt und Himmel, ruht in ihr,
Voll Harmonie, holdselig und erlesen.

 

 

Marga Heim (Montag, 31. Januar 2022 13:37)

 

An eine Katze

Mein edler Freund, ich bitte sehr:
Komm doch her,
Sitz neben mir und schau mich dann
Mit deinen lieben Augen an,

 

Mit Augen voller Glanz und Gold;
Dein Blick, er ist so treu und hold.
Dein wundervolles weiches Fell,
Schwarz und hell,


So seidig, üppig, voller Pracht,
Wie Wolkenhimmel in der Nacht
Belohnt die Hand, die dich liebkost,
Mit freundlicherem Glück und Trost.


Die Hunde freunden gern sich an
Mit jedermann.
Doch du, von lauterer Natur,
Liebst deine wahren Freunde nur,


Berührst mit deiner Pfote mich –
Ja, Lieber, ich verstehe dich.
Was geht wohl vor in deinem Geist –
Ach, wer weiß?


Wenig nur ist uns bekannt
Trotz unsrem Freundschaftsband.
Vielleicht ist´s dem Menschen nur vergönnt,
Daß er das Leben besser kennt.

 

 

Armin Luchs(Sonntag, 30. Januar 2022 22:08)

 

Die unsichtbare Katze

Manchmal ist meine Katze verschwunden.
Ich such und such sie viele Stunden,
sie ist nicht im Schrank
und nicht unterm Bett,
nicht hinterm Vorhang im Kabinett,
auch unter dem Teppich ist sie nicht!
Wissen möcht‘ ich,
wo die sich verkriecht!
Dann kommt der Abend.
Es ist schon spät.
Kaum leg ich mich aber nieder –
schau! Da ist sie wieder!
Mit einem Satz
auf ihrem Platz
in meinem Bett.“

 

 

Friedl Hofbauer(Sonntag, 30. Januar 2022 22:07)

 

Prinzessin Katze

Meine Katze sitzt oft stumm
irgendwo herum:
auf der Bank, auf dem Bett,
auf dem Fensterbrett,
auf dem Eiskasten, auf dem Klavier ...
Ich ruf sie, ich sag was zu ihr –
sie schaut durch mich durch
als wär ich ein Wicht,
der mit einer Prinzessin spricht.

 

 

  • Ingrid Herta Drewing (Mittwoch, 26. Januar 2022 14:19)

 

Die Amseln und der Kater

Im Nest, dort in dem Apfelbaum,
da hegen Amseln ihre Jungen.
Sie rasten und sie ruhen kaum,
dem Fiepsen folgend, nun gezwungen.

Dem Kater ist dies nicht entgangen,
es lockt ihn an dies Vogelnest.
Sich eins der Amselchen zu fangen,
das wäre ihm ein wahres Fest.

So schleicht er heimlich in der Nähe
und lauert auf der kleinen Brut,
um dann, wenn niemand ihn so sähe,
zu kühlen sich sein Mütchen gut.

Jedoch die Amseleltern, helle,
entdecken ihn dort unterm Strauch,
sind zeternd nun sogleich zur Stelle
und lautstark zeigen sie ’s ihm auch.

Wild flatternd, lauthals schimpfend, wüten
sie fast schon eine Stunde dort.
Und es gelingt ihr Kinderhüten,
entnervt trollt sich der Kater fort.

Dies zeigt, wenn Schwache standhaft bleiben,
gemeinsam sie den Feind vertreiben.

 

 

James Krüss (Samstag, 18. September 2021 22:07)

 

Kleine Katzen

Kleine Katzen sind so drollig
und so wollig und so mollig,
daß man sie am liebsten küßt.
Aber auch die kleinen Katzen
haben Tatzen, welche kratzen.
Also Vorsicht! Daß ihr's wißt!

Kleine Katzen wollen tollen
und wie Wolleknäuel rollen.
Das sieht sehr possierlich aus.
Doch die kleinen Katzen wollen
bei dem Tollen und dem Rollen
fangen lernen eine Maus.

Kleine Katzen sind so niedlich
und so friedlich und gemütlich.
Aber schaut sie richtig an:
Jedes Sätzchen auf den Tätzchen
hilft, daß aus dem süßen Kätzchen
mal ein Raubtier werden kann.

 

 

Anna Poppisch (Samstag, 15. Januar 2022 17:26)

 

Wer eine Katz sein eigen nennt,
der hat etwas zu erzählen.
Denn wenn man ihr Verhalten kennt,
würde so manches fehlen,

hätt man den Tiger nicht im Haus.
Kein Laufen, Hüpfen, Springen;
sie lassen keinen Unsinn aus,
man kann sie zu nichts zwingen.

Sie werfen runter dir die Pfanne,
fressen frech von deinem Tisch,
liegen in der Wäschewanne
am besten, wenn die Wäsche frisch.

Zerreißen Vorhänge und Schuhe,
kratzen an Türen und sie schreien,
geben beim Fernsehen keine Ruhe,
doch man kann nicht böse sein.

Denn ihr Blick unwiderstehlich
fordert auf zum Streicheln, Kuscheln.
Schmiegen an sich sehr gemächlich,
lassen sich durchs Fellhaar wuscheln.

Schnurren behaglich und zufrieden,
fordern Aufmerksamkeit ein.
Ihre Launen sind verschieden,
doch sie sind niemals gemein.

Sind unerziehbar, eigensinnig,
charakterlich total verschieden,
doch ihr Verhalten ist stets stimmig.
Haben sich für dich entschieden;

spüren, geht es dir nicht gut.
Dann trösten sie in größter Not,
geben wieder neuen Mut
und sind treu dir bis zum Tod.

Zu Hause sind sie bester Freund,
liegen neben dir so nett.
Und auch wenn einmal gestreunt
schlafen sie in deinem Bett.

Stupsen sanft dich mit der Nase,
mauzen, trampeln auf dich ein,
schnurrend bis hin zur Ekstase;
möchtest nie mehr ohne sein.

Warten aufs nach Hause kommen,
schmiegen sich an deine Beine.
Lieben unvoreingenommen,
Vorurteile haben sie keine.

Katzenliebe ewig währt.
Obs Leben ohne sinnvoll wär?
Das wäre nicht erstrebenswert:
Es gäbe einfach nicht viel her!

 

 

Jana Schimmeck (Freitag, 01. Oktober 2021 14:41)

 

Zum Fressen geboren, zum Kraulen bestellt
in Schlummer verloren gefällt mir die Welt.
Ich schnurr’ auf dem Schoße, ich ruhe im Bett
in lieblicher Pose, ob schlank oder fett.

So gelte ich allen als göttliches Tier,

sie stammeln und lallen und huldigen mir,

liebkosen mir glücklich den Bauch und Tatz
ich wählte es wieder, das Leben der Katz.

 

 

Joana Dörfler (Montag, 27. September 2021 15:28)

 

Du liegst auf meinem Bauch
und schnurren tust du auch.
Das Leben eines Katers
ist besser als das eines Vaters!

Dein Kratzbaum ist dein Thron.
Knurren kannst du zwar schon,
doch du tust es nur ganz selten,
und nie muss man dich schelten.

Du lebst im Einklang mit deiner Welt,
und tust jeden Tag, was dir gefällt.
Auf meinem Bauch trittst du mit deinen Krallen,
von dir lass’ ich mir das gern gefallen!

 

 

Alf Hinteck (Montag, 27. September 2021 14:20)

 

*Katzen*

Wer eine Katz sein eigen nennt,
der hat etwas zu erzählen.
Denn wenn man ihr Verhalten kennt,
würde so manches fehlen,
hätt man den Tiger nicht im Haus.
Kein Laufen, Hüpfen, Springen;
sie lassen keinen Unsinn aus,
man kann sie zu nichts zwingen.

Sie werfen runter dir die Pfanne,
fressen frech von deinem Tisch,
liegen in der Wäschewanne
am besten, wenn die Wäsche frisch.
Zerreißen Vorhänge und Schuhe,
kratzen an Türen und sie schreien,
geben beim Fernsehen keine Ruhe,
doch man kann nicht böse sein.

Denn ihr Blick unwiderstehlich
fordert auf zum Streicheln, Kuscheln.
Schmiegen an sich sehr gemächlich,
lassen sich durchs Fellhaar wuscheln.
Schnurren behaglich und zufrieden,
fordern Aufmerksamkeit ein.
Ihre Launen sind verschieden,
doch sie sind niemals gemein.

Sind unerziehbar, eigensinnig,
charakterlich total verschieden,
doch ihr Verhalten ist stets stimmig.
Haben sich für dich entschieden;
spüren, geht es dir nicht gut.
Dann trösten sie in größter Not,
geben wieder neuen Mut
und sind treu dir bis zum Tod.

Zu Hause sind sie bester Freund,
liegen neben dir so nett.
Und auch wenn einmal gestreunt
schlafen sie in deinem Bett.
Stupsen sanft dich mit der Nase,
mauzen, trampeln auf dich ein,
schnurrend bis hin zur Ekstase;
möchtest nie mehr ohne sein.

Warten aufs nach Hause kommen,
schmiegen sich an deine Beine.
Lieben unvoreingenommen,
Vorurteile haben sie keine.
Katzenliebe ewig währt.
Obs Leben ohne sinnvoll wär?
Das wäre nicht erstrebenswert:
Es gäbe einfach nicht viel her!

 

 

Hanna Schließer (Donnerstag, 16. September 2021 22:32)

 

Die Katzen

Sie sind sehr kühl und biegsam, wenn sie schreiten,
Und ihre Leiber fließen sanft entlang.
Wenn sie die blumenhaften Füße breiten,
Schmiegt sich die Erde ihrem runden Gang.

Ihr Blick ist demuthaft und manchmal etwas irr.
Dann spinnen ihre Krallen fremde Fäden,
Aus Haar und Seide schmerzliches Gewirr,
Vor Kellerstufen und zerbrochnen Läden.

Im Abend sind sie groß und ganz entrückt,
Verzauberte auf nächtlich weißen Steinen,
In Schmerz und Wollust sehnsuchtskrank verzückt
Hörst du sie fern durch deine Nächte weinen.

 

 

Gerlinde Popp (Dienstag, 14. September 2021 20:59)

 

Tommy der Kater.


Geboren wurde ich in freier Natur,

von Zucht und Anstand keine Spur.
Kein Herrchen, kein Frauchen
die mein Fell zärtlich kraulten,


So war meine Kindheit, die Zeit war sehr schwer,

das musste sich ändern, mein Magen war leer.
Ich war nicht sehr mutig, doch lud´ ich mich ein,
die Tür stand weit offen, so schlich ich mich rein.


Ganz leise und still auf samtenen Pfoten,
ein Sprung auf das Sofa, aufs Kissen den roten.
Ach war das doch herrlich, ach war das so schön,
Da bin ich, da bleib ich, werd´ nie wieder gehn.


Als man mich dann wohl ganz schnell hat entdeckt,
da hab´ ich mir genüsslich die Pfoten geleckt.
Ich weiß, es war Liebe auf den ersten Blick,
die Mogis sie fielen herein auf den Trick.


Bald kam auch mein Bruder, er wollte nur seh´n,
wie´s mir wohl ginge, erstaunt blieb er steh´n.
Von nun an, da waren wir bei Mogis zuhaus,
und gingen bei ihnen ganz frei ein und aus.

Doch bald zogen wir ins Frankenland,
und wurden auch dort beliebt und bekannt.