Demenz                                                                                   

 

 

                   

 

  • Dr. med. Martin Schell <drmedmartinschell@aerztezentrum.de> (Sonntag, 03. Mai 2026 15:04)

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    Verblasstes Ich

    Die Krankheit schlich sich langsam ein,
    ich leugnete, es darf nicht sein.
    Ich vergess immer mehr und mehr.
    Die Akzeptanz fällt mir noch schwer.
    Denn mich plagen ständig die selben Fragen:
    Wer sind diese Menschen und diese Namen?
    Darauf folgt oft Panik und große Verwirrung.
    Mir fehlt plötzlich manche Erinnerung.
    Und ich frage, frage, frage
    Minuten, Stunden und auch Tage,
    weil ich nicht alles was ich sage
    auch später auf dem Schirm noch habe.
    Ich dreh gefühlt nur Pirouetten
    und hoff auf die Wirkung der Tabletten.
    Es ist wie Honig, der mein Gehirn verklebt,
    wie Zement, der meinen Kopf verdreht.
    So seh ich selten Licht
    und find den Weg oft selber nicht.
    Ich kann auch nicht auf dich verzichten
    Bei Taten, Worten oder Pflichten.
    Wollen sich meine Gedanken wieder ausschalten,
    so brauchst du nur meine Hand zu halten.
    Geduld und Liebe sind hilfreicher
    als Erklärungen, die mich nur weiterhin
    verwirren. Ich könnte sie eh nicht speichern.
    Und ich verlier mein Gedächtnis,
    habe bitte auch dafür Verständnis.
    Es tut mir leid, dass ich so bin,
    verzeih die Tagen ohne Sinn. 
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  • Laura Müller  (Montag, 04. Mai 2026 19:49)

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    Hallo Jürgen,

    nun ich hoffe es kommt bald wieder was auf die Homepage
    .
    Ich mache mir Sorgen.

    Meine Oma hatte auch Demenz. Am Anfang wollte sie nie auf die Familie hören und so zogen sie sich von alle zurück. Man muß sagen, dass wir ca. 16 Personen in der Familie sind.
    Also was soll ich da sagen, irgendwie bekam jeder mit Oma krach oder Sie wollte nicht das man zu Besuch kommt. Ich und meine Schwester und meine Cousine, waren einmal im Oktober 2025 bei Ihr haben uns vorher angemeldet und hatten Kuchen dabei. Als wir vor der Haustür standen. Machte Sie auf, aber sagte Sie habe nix bestellt! Zu wieder zu. Darauf klingelten wir nochmal doch keine Reaktion. So warten wir noch ca. 30 Minuten vor der Türe. Da kam die Polizei. Sie meinte wir sollen Einbrecher sein. Nun ja mit Kuchen bewaffnet sagten wir. Der Beamte lachte. Und sagte uns das Sie im Jahr 2025 schon 6 mal hier waren wegen Anrufen. Die Polizei klingelte und da öffnete meine Oma und sagte, heute ist kein Maskenball bei mir. Die Polizei sagte, Sie haben uns gerufen. Nein! Sagte meine Oma. Und die Strolche da nehmen Sie doch bitte gleich mit. Also das ist doch Besuch für Sie! Ach so,.. na dann. Wir gingen rein und sahen Chaos im Haus. Wir sagten, Oma, so können wir nicht hier bleiben. Okay, danke für den Besuch. Ab dem Zeitpunkt, war es vorbei. Sie machte niemand die Türe auf und Freundschaften gingen in die Brüche. Meine Oma brauchte immer Unterhaltung, so, rief sie einfach die Feuerwehr an. Die kamen auch,.. Rechnung 350€.
    Nun entwickelte sich auch noch Feindschaft bei den Nachbarn. Da meine Oma meinen Nachbarn beschimpfte als Penner. Dann ging es schnell, die Nachbarn riefen das Sozialamt an. Da wurde ein Prüfer zugezogen und mein Vater. Zusammen hatten die einen Termin. Jetzt lebt Sie im Heim, und zwar in einer Geschlossenen Abteilung. Um das zu bezahlen zu können wurde das Haus Zwangsversteigert und geräumt vom Sozialamt. Wir konnten weder Erinnerungen noch Gegenstände bekommen. Da meine Oma einen Berater bekam der als Gesetzlicher Vertreter der eingesetzt wurde.

    Ich hoffe Dir geht es nicht so!

    Du hast guten Kontakt zu Freunden und in der Nachbarschaft läuft es bei Dir gut? Ich wollte einfach mal meine Geschichte Dir mitteilen ich bin ja erst 21 Jahre alt und fand meine Oma immer so toll.
    War immer gut gekleidet und alles war perfekt. Liebe Grüße Laura
     

 

 

Margoth Maghard  (Mittwoch, 18. Februar 2026 15:11)

 

ich
ich bin vergesslich
und ihr
ihr meint, ich merk das nicht

ich
ich lebe in meiner welt
und ihr
ihr lebt in eurer welt
berühren sie sich noch
meine und eure welt?

manchmal will ich noch kommen in eure welt
wenn ich singe
wenn ich tanze
wenn ich lache
aber oft bleibe ich am liebsten in meiner welt

sie reizt mich nicht mehr eure welt der hektik,
der falschen freundlichkeit,
der klugheit und logik.

manchmal kommt ihr in meine welt,
wenn ihr mich pflegt,
wenn ihr mir sagt, was gut sei für mich.
das strengt mich oft an,

denn auch ihr seid oft angestrengt
wenn ihr mir begegnet
und das will ich nicht.

seid doch die, die ihr seid
und verstellt euch nicht.
und lasst mich so wie ich bin
vergesslich – aber lebendig
dement – aber empfindsam
klein im kopf – aber groß im herzen.

schenkt mir eure liebe,
dann schenk ich euch meine
denn liebe wächst nicht im kopf,
sondern im herzen
auch bei mir.

                 

                

                Laura Obernagel  (Montag, 09. Februar 2026 18:10)

 

"Ich weiss", ich weiss nichts

Er guckt mich an. Er wartet.

Ich warte.
Ich weiß, wieso er wartet,
aber ich weiß nicht mehr, was er will.
Ich weiß, er wartet auf eine Antwort und ...

Er guckt mich an.

Ich gucke ihn an.
Ich warte,

er will was von mir.

Er schreit mich an und ich weiß nicht wieso.
Ich verstehe seine Worte,
aber ich versteh nicht, was er sagt.
Ich gucke ihn an.

Er guckt mich an.

Ich will antworten, ich will etwas sagen,
ich will ihm antworten,
aber ich weiß noch nicht was.

Er guckt mich an und schüttelt den Kopf
„Man Mama ich will nur wissen, ob ja oder nein.“
schreit er.

Ich weiß, er wartet auf eine Antwort
und ich mache den Mund auf.
Ich gucke ihn an, ich will es sagen.

Er guckt mich an, ich gucke ihn an, er geht, er knallt die Tür.

Ich hab‘s vergessen.
Ich weiß nicht mehr, was er wissen wollte,
obwohl er es mir erklärt hat.

Stille.

Ich fühle mich schlecht. Er schreit mich einfach so an und geht dann.
Ich wollte antworten und er geht.
Ich fühle mich schlecht. Er schreit mich einfach so an und ...
Ich fühle mich schlecht. Er schreit mich an ...
Ich fühle mich schlecht ...
Ich fühle mich.


Stille.

Ich weiß nicht worüber ich nachgedacht habe.
Ich fasse mir an den Kopf
und streiche mir über die Stirn,
in der Hoffnung mir fällt ein,
was ich gedacht habe.
Ich frage mich, wieso ich mir über den Kopf streiche.

Stille.

Ich bin alleine, die Tür geht auf.

Er entschuldigt sich.

Ich weiß, dass seine Entschuldigung gerechtfertigt ist,
ich habe mich schlecht gefühlt,
er hat mich angeschrienen,
er hat mich nicht antworten lassen,
ich wusste keine Antwort.
Ich entschuldige mich.
Ich weiß, ich brauche es nicht,
aber ich fühle mich so, als müsste ich es.

„Ich weiß, dass ich vergessen habe“

er sagt „ich weiß“.

Ich weiß nichts. Stille.
Ich gucke ihn an,

er geht. Die Tür geht leise zu.

Stille

 

 

 

Lohre Wittmayer < (Samstag, 07. Februar 2026 15:34)

 

Verloren und gefunden

In einem Labyrinth aus Vergessenheit und Zweifel,
suche ich nach Spuren, nach einem Faden aus Seide.
Die Erinnerungen verblassen, doch die Liebe bleibt,
ein Band, das uns verbindet, auch wenn das Gedächtnis schweigt.

 

 

 

Jonas Schleicher (Freitag, 06. Februar 2026 17:57)

 

Sekunden Momente

M(eine) Zugfahrt

Ich steige in den Zug.

Jeder hat seinen Platz, der Zug fährt los.

Ich bewege mich rückwärts, was mir gar nicht gefällt, weil ich nicht weiß, was kommt.

>Ich fahre nicht vorausschauend.<

Für Menschen mit Demenz ist auch jeder Tag und jede Situation nicht vorausschauend...

...und "sich rückwärts bewegen"...weil sie vieles Erlerntes vergessen.

Ich schaue aus dem Fenster und beobachte.

>Meine Feststellung<

Alles ist da, aber auch sofort wieder weg, in Sekunden.

Häuser, Autos, Menschen, Tiere....etc.

Vieles auf meiner Reise hätte ich gerne länger gesehen: Rehe, schwimmende Enten, fließende Bäche, Vögel, etc.

Aber als ich es sah, war es auch schon wieder weg.

>So fühlt es sich also an, das Vergessen.<

Es macht traurig...etwas Gesehenes und Gefühltes in Sekundenschnelle wieder zu vergessen, aus den Augen und Sinnen zu verlieren. (
•́︿•̀)

Momente der Ruhe...gab es auch.

Davon brauchen Menschen mit Demenz ganz viele.

Gebt sie ihnen.


.:∞*♥Ruhe-Momente♥*∞:.。 

Je länger die Reise wurde, desto unruhiger wurde es, draußen wie drinnen.

Drinnen gab es zeitweise Momente, wo ich mir gewünscht hätte, dass sie schnell vergehen, aber diese musste ich "aushalten".

So wie auch Menschen mit Demenz viele Situationen/Momente und Gefühle aushalten müssen, sie sind ihnen ausgesetzt.

Das war ich auch.

Das einzigste was mir blieb, war die wunderschöne Natur mit Bäumen, Feldern und die wärmende Sonne.

Dieses schöne Gefühl der Wärme, blieb mir bis zum Ende meiner Fahrt erhalten.

Bekommen dies auch demenziell veränderte Menschen??


>Ein Gefühl von Wärme<

>Schenkt es ihnen,

mit Eurer Liebe
und Emphatie<

(
•ᴗ•)

Dann änderte der Zug seine Richtung...nun ging es vorwärts...vorausschauend.

>Ich konnte sehen, was kommt.<

Mir ging es sofort besser.

Es stimmte mich viel fröhlicher.

Etwas, was in der Ferne zu sehen war,

kam näher.

>Es gab mir Sicherheit.<

Haben dies auch demenziell veränderte Menschen?

>Das Gefühl von Sicherheit<

Schenkt Ihr es Ihnen, mit Wertschätzung, Anerkennung und Eurem Wissen, wie man diese Gefühle vermittelt. ʚ
♡⃛ɞ(•ᴗ•)

Meine Zugfahrt ist beendet.

Ich bin am Ziel angekommen.


Angekommen bei mir und meiner Arbeit/Berufung.

Und ihr?

Fahrt ihr noch mit dem Zug?

Plant ihr eine Zugfahrt oder habt ihr diese Reise schon getan?

Eine Gedankenreise in die Welt von demenziell veränderten Menschen. (
♥‿♥)

Ich begleite Euch gerne!

Lasst uns zusammen Reisen!

Diese Reise ist so wichtig, für Alle!

 

 

 

 Katharina Kettler (Freitag, 06. Februar 2026 17:55)

 

Demenz

Es ist einer dieser Montage
Weckerklingeln
aus dem Bett geschmissen
aus den Gedanken gerissen
schnell noch ’nen Kaffee kippen und los geht’s.
Portemonnaie, Schublade
Schlüssel, Kommode
Brille, Tisch
Tasche, Flur

Weckerklingeln
Es ist Montag?
aus dem Bett geschmissen
aus den Gedanken gerissen
Schnell noch ’nen Kaffe kippen und los geht’s.
Wohin?
Portemonnaie? Schublade!
Schlüssel? Kommode!
Tasche? Küche, nein Flur!
Fehlt was?

Welcher Tag?
Erstmal Frühstück
Wo bin ich?
Türklingeln
„Hallo Oma!“
Wer ist das?

Es ist einer dieser Montage
Weckerklingeln
aus dem Bett geschmissen
aus den Gedanken gerissen
schnell noch ’nen Kaffee kippen und los geht’s.
Portemonnaie, Schublade
Schlüssel, Kommode
Brille, Tisch
Tasche, Flur

Weckerklingeln
Es ist Montag?
aus dem Bett geschmissen
aus den Gedanken gerissen
schnell noch ’nen Kaffee kippen und los geht’s.
Wohin?
Portemonnaie? Schublade!
Schlüssel? Kommode!
Tasche? Küche, nein Flur!
Fehlt was?

Was klingelt da?
Weiter auf den Fernseher schauen
Bares für Rares kommt gerade
es riecht verbrannt
Soll ich in die Küche gehen?
Der Ofen qualmt, verdammt
Kuchen?
Wer war das denn?

Aus dem Bett geschmissen
aus dem Fenster s