Die Säftelehre

 

Als ich mich mit den vier Temperamenten befasste, und darüber meine Abhandlung niederschrieb, habe ich die herkömmliche Temperamentenlehre nur am Rande gestreift, da ich sie nicht als zielführend ansah. Sie schien mir in Beliebigkeit frei in der Luft zu schweben.

Immerhin gilt diese Theorie als erste, welche versuchte die Vielfalt der menschlichen Verhaltensweisen zu systematisieren, und damit als Begründung der Psychologie. So stammen die die Bezeichnungen der vier Grundcharaktere bis heute aus der Säftelehre (humores – Säfte). Da diese Theorie der wissenschaftlichen Falsifizierbarkeit ermangelte, und sich nicht in den vielen Jahrhunderten seitdem weiterentwickeln konnte, wurde sie in den Bereich der Esoterik verwiesen, wo man auf Beweise verzichten kann. So schmort die antike Säftelehre noch immer im eigenen Saft, und es wird leeres Stroh gedroschen.

Zunächst möchte ich hier diese Theorie vorstellen, wie ich sie unter mehrfachem Aspekt freundlicherweise in meinem Gästebuch vorfand, auf den Suchbegriff per copy & paste eingebracht.

 

Frank Sommer (Mittwoch, 29. Dezember 2021 18:14)

 

Der ewige Ärger mit dem streitlustigen Nachbarn oder das ständige Gejammere der Kollegin kann ganz schön auf die Nerven gehen. Da ist einem doch der stets fröhliche Kumpel lieber, der selbst in der verfahrendsten Situation etwas Positives entdecken kann. Das war vor 2.500 Jahren nicht anders als heute. „Doch warum sind die Menschen so unterschiedlich?“, fragte sich damals Hippokrates, und versuchte dem Geheimnis mittels der Viersäftelehre, auch Humoralphatologie genannt, auf die Spur zu kommen. Seine Erkenntnisse aus der Humoralpathologie – Humores heißt im Griechischen Körperflüssigkeiten – war derartig überzeugend, dass sich der Arzt und Astronom Galenus von Pergamon Jahrhunderte später noch daran hielt und die berühmte Temperamentenlehre darauf aufbaute. Doch was haben Körperflüssigkeiten mit dem Charakter eines Menschen zu tun? Galenus war sich sicher, dass gewisse Körperflüssigkeiten wie Blut, Galle oder Schleim die Psyche und die Physe eines Menschen mitprägen. Aus dieser Erkenntnis heraus entwickelte er die vier Temperamente: der Phlegmatiker (Schleim: gr. Phlegma), den Choleriker (gelbe Gallenflüssigkeit: gr. Cholé), den Melancholiker (schwarze Gallenflüssigkeit: gr. Melaine cholé) und den Sanguiniker (Blut: gr. Sanguis). Diese Einteilung der unterschiedlichen Temperamente ist bis heute gültig. Im Mittelalter hat man den verschiedenen Charakteren noch Himmelsrichtungen, Tiere, Jahreszeiten und Elemente hinzugefügt. Und selbst im christlichen Glauben treten diese Temperamente in Erscheinung. Den vier Aposteln Johannes, Petrus, Markus und Paulus wurde je ein Temperament zugesprochen. Johannes ist der Sanguiniker, Petrus der Phlegmatiker, Markus der Choleriker und Paulus der Melancholiker. Ob diese charakterliche Bestimmung tatsächlich ihrem Wesen entsprach ist allerdings ungeklärt. So weit, so gut, doch wissen Sie welche Körperflüssigkeiten mehr oder weniger Ihr Temperament bestimmen?

 

 

Ute Freiler (Mittwoch, 29. Dezember 2021 17:58)

 

Die Temperamentslehre wurde bis in die Neuzeit akzeptiert. Im Mittelalter wurde den vier unterschiedlichen Typen noch entsprechende Elemente, Himmelsrichtungen, Jahreszeiten und Tiere hinzugefügt. Übrigens hat die Temperamentenlehrer selbst in den christlichen Glauben Einzug gehalten. Die vier Apostel Johannes (Sanguiniker), Petrus (Phlegmatiker), Markus (Choleriker) und Paulus (Melancholiker) sind die entsprechenden Symbolpersonen. Und selbst Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie und Waldorfschule, entwickelte einige Thesen, die in Varianten auf die Temperamentslehre aufgebaut sind. Allerdings geht man heute davon aus, dass es unendlich viele Mischformen gibt.

 

 

Hilmar Benecke (Dienstag, 01. Juni 2021 01:30)

 

Die hippokratische Temperamentenlehre


Die Temperamentenlehre ist die älteste bekannte Persönlichkeitstypologie und geht auf den griechischen Arzt Hippokrates von Kos zurück, der um 400 v.Chr. lebte. Die damalige wissenschaftliche Hypothese lautete, dass die unterschiedlichen Charaktere mit den vier „Körpersäften“ Blut, Schleim sowie gelbe und schwarze Galle zusammenhingen. Daher leiteten sich die Namen der vier Persönlichkeitsstrukturen bzw. Temperamente „Sanguiniker“, „Phlegmatiker“, „Melancholiker“ und „Choleriker“ aus den griechischen Wörtern für diese vier Körperflüssigkeiten ab.
Im Folgenden eine kurze Beschreibung, welche Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale diesen vier Typen in der Temperamentenlehre zugeschrieben werden:


Choleriker


Eigenschaften:
Ehrgeizig, direkt, mutig, willensstark, produktiv, unabhängig, abenteuerlustig, selbstständig, sicher, selbstbewusst, überzeugend, energisch, hartnäckig, bestimmend, einfallsreich, entscheidungsfreudig, aktiv, hitzig … aber auch …
Dreist, manipulierend, überheblich, arbeitssüchtig, dominierend, abweisend, ungeduldig, streitsüchtig, herrisch, stolz, dickköpfig, unbesonnen, intolerant, stur, taktlos, egozentrisch, hitzköpfig, theatralisch
Der willensstarke und durchsetzungsfähige Choleriker ist eine ideale Führungspersönlichkeit. Er sprüht vor Ehrgeiz, trifft schnell und sicher Entscheidungen, langweilt sich jedoch schnell bei Einzelheiten. Da er sich selten entmutigen lässt und Autorität beansprucht, erreicht er seine Ziele oft. Choleriker haben jedoch in der Regel wenig Mitgefühl und lieben mehr sich selbst als andere. Dass sie die Nöte anderer Menschen selten spüren, erleichtert es ihnen, ihre Mitmenschen auszunutzen, wenn es ihren Interessen dient. Cholerikern fällt es schwer, sich auszuruhen und nichts zu tun. Sie sind in der Regel dominant, manchmal auch streitsüchtig und fanatisch. Zusammen mit seinem wenig ausgeprägten Willen zu vergeben und seiner geringen Frustrationstoleranz führt dies schnell zur Rachsucht. Außerdem haben sie oft eine Neigung, sich im schönen Schein zu sonnen.


Phlegmatiker


Eigenschaften:
Anpassungsfähig, geduldig, tolerant, schüchtern, beständig, diplomatisch, vermittelnd, humorvoll, verbindlich, beherrscht, zurückhaltend, friedlich, ausgeglichen, genügsam, freundlich, vernünftig, beharrlich, ruhig … aber auch …
Zweifelnd, starr, sorgenvoll, unbeteiligt, zögernd, lässig, ziellos, unschlüssig, ängstlich, langsam, unauffällig, gleichgültig, träge, widerwillig, begeisterungslos, spröde, zaghaft, unterwürfig,
Phlegmatiker sind friedliebend, ruhig und meistens mit allem so zufrieden, wie es gerade ist. Sie halten einmal akzeptierte Arbeitsläufe zuverlässig ein und eignen sich daher für Spezialisten-Tätigkeiten. Jeden Tag vor neue Probleme gestellt zu werden, die Änderungen und Kreativität erfordern, ist ihnen ein Greul. Er ist nicht gerade begeisterungsfähig und braucht oft Druck, um zügig zu arbeiten, da er am liebsten möglichst wenig tut. Durch seine Passivität und Gleichgültigkeit, kann er andere schnell entmutigen und dann auch selbstgerecht wirken. Ein Phlegmatiker ist ein guter Diplomat und Friedensstifter, da er gutmütig ist und mit anderen unkompliziert auskommt. Er lacht selten laut, ist dafür aber bekannt für seinen trockenen Humor. Manchen wird auch ein Hang zum Geiz nachgesagt.


Sanguiniker


Verspielt, überzeugend, fröhlich, gesprächig, beliebt, kontaktfreudig, optimistisch, gesellig, spontan, lustig, lebhaft, erfrischend, anregend, munter, überschwänglich, gutmütig, sorglos, hoffnungsvoll, zufrieden … aber auch …
Naiv, inkonsequent, rastlos, wankelmütig, reizbar, nachgiebig, unverschämt, undiszipliniert, vergesslich, willkürlich, unberechenbar, redselig, unorganisiert, angeberisch, zerstreut, oberflächlich, aufdringlich

Sanguiniker kommunizieren mimisch und gestisch expressiv, sprechen mitreißend und warmherzig, nehmen es dabei aber mit der Wahrheit nicht immer ganz so genau. Sie haben selten die Ruhe aufmerksam zuzuhören, lassen sich leicht ablenken und wirken unkonzentriert. Sie versuchen mit möglichst vielen Menschen in Kontakt zu kommen und stehen dabei gerne im Mittelpunkt, da viele von ihnen süchtig nach Anerkennung und Bewunderung sind. Sanguiniker können andere verletzen, ohne es selbst zu merken. Obwohl Sanguiniker mitfühlend sind und einen großen Freundes- und Bekanntenkreis haben, sind Freundschaften mit ihnen jedoch oft oberflächlich. Sie sind wenig zuverlässig und vergessen oft ihre Verabredungen und Versprechungen, weil sie unorganisiert und undiszipliniert sind. Leicht sind sie für Neues und Unbekanntes zu gewinnen und haben die Gabe, eine motivierende Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Leider beenden sie selten Projekte und erreichen daher auch kaum ihre Ziele. Ideen zu haben und andere davon zu überzeugen bereitet ihn mehr Freude als zu arbeiten.

 

 

Jan Meier (Sonntag, 25. Juli 2021 16:28)

 

Als Choleriker braucht man vor allem die Herausforderung, um glücklich zu sein. Der Phlegmatiker mag es lieber friedvoll. Ein Sanguiniker lebt erst im Austausch mit anderen, beim singen oder tanzen auf.

Und der Melancholiker sucht vor allem die Ruhe. Für ihn sind beispielsweise Jobs im Büro oder in der Forschung ideal. Begibt sich dieser nun beispielsweise in einen Job, in dem man ständig kämpfen muss, ist das für ihn purer Stress. Er landet möglicherweise im Burn-out, weil ihm diese Lebensweise absolut nicht entspricht. Ein Choleriker fühlt sich unter diesen Bedingungen dagegen pudelwohl.

Wissen wir also um diese grundsätzliche Veranlagung, können wir aufhören uns zu verurteilen und zu versuchen etwas zu sein, was wir nicht sind. Der Melancholiker ist weder schwächer noch weniger belastbar als der Choleriker – seine Bedürfnisse und Stärken liegen lediglich woanders. So etwas in der Beratung zu erkennen, kann sehr befreiend sein.

 

 

Weleda Hebamme Christina Hinderlich (Dienstag, 01. Juni 2021 01:28)

 

Temperamentenlehre: von den vier Grundwesensarten des Menschen


Sanguiniker, Choleriker, Phlegmatiker und Melancholiker: Sie alle sind Teil der uralten Temperamentenlehre, die vom griechischen Arzt Hippokrates etwa 400 vor Christus niedergeschrieben wurde. Heute werden sie vor allem in der Alltagspsychologie, der Waldorfpädagogik und auch der Anthroposophie angewandt und ermöglichen eine einfache Beschreibung des menschlichen Charakters.
Um die Temperamente zu verdeutlichen, bietet sich – wenn auch überspitzt dargestellt – die „Fliege“ in der Suppe: Der Choleriker findet eine Fliege in seiner Suppe. Er ruft den Kellner, klatscht ihm die Fliege in die Hand und verlässt aufgebraust schimpfend das Restaurant. Der Sanguiniker freut sich über die kostenlose Ration Eiweiß. Der Phlegmatiker wird mit den Schultern zucken und die Fliege beiseiteschieben. Oder er isst drum herum. Der Melancholiker wird seufzen, den Kopf hängen lassen und sagen: „War ja klar, dass das mir passiert.“
Wichtig zu sagen ist: Wir alle tragen alle vier Temperamente in uns und meist sind zwei stärker ausgeprägt, als die anderen. Es gibt auch Menschen, die gänzlich „ausgeglichen“ sind und bei denen entsprechend alle vier Temperamente beinah gleichmäßig zu Tage treten. Vielleicht kommst du selbst, wenn du dir die Beschreibungen von Sanguiniker, Choleriker und Co. weiter unten durchliest, nicht umhin, dich auf verschiedene Weise darin wiederzufinden.
Blicken wir nun mit der Temperamentelehre im Kopf auf unsere Kinder, so soll es keineswegs um eine Art „Kategorisierung“ gehen, sondern vielmehr darum, wie wir unsere Kinder begleiten, was wir als Eltern beachten und wie wir mitunter auch ausgleichend wirken können. Bei Kindern kommt es oftmals vor, dass eines der Temperamente zunächst stärker ausgeprägt ist, als die anderen.
Es kann einfacher werden, unsere Kinder zu begleiten, wenn wir um ihre Temperamente, Bedürfnisse, Sichtweise und ihren Umgang mit der Welt wissen und uns darauf einlassen. Es geht darum, das Temperament des Kindes anzunehmen, um es besser zu verstehen.


Der kleine Sanguiniker
Der kleine Sanguiniker ist eine „schöne Seele“ mit einem starken Bezug zur Kunst: Für ihn ist im Grunde alles, das ganze Leben, wunderschön. Er ist immer in Bewegung, hat einen sehr regen Geist und ist stets offen für Neues. Er ist sehr kontaktfreudig und fühlt sich wohl, wenn er kommunizieren kann.
Normen und Regeln mag er weniger und ist mitunter auch mal ungenau und unverbindlich. Wird er dafür kritisiert, stößt das bei ihm auf Unverständnis. Schließlich ist das Leben schön und vielfältig, da gibt es doch so vieles zu tun!
Man kann den Sanguiniker unterstützen, indem man versucht, seine vielfältigen Interessen und seine Aufmerksamkeit zu fokussieren. So können Eltern ihn beispielweise beim Lesen eines Bilderbuchs auf die vielen kleinen Dinge, die er auf einer Seite entdecken kann, aufmerksam machen, bevor sie weiterblättern. Draußen, in der Natur oder auch in der Stadt gilt es, die kleinen Details sichtbar zu machen und mit ihm zu erforschen. Der aufgeweckte Sanguiniker mag Geschichten, die Spannung, Humor und interessante Details mitbringen – das fesselt seine Aufmerksamkeit und fördert das Konzentrationsvermögen. Er braucht vor allem Verständnis, Geduld und Wohlwollen. Wie alle Kinder.


Den kleinen Phlegmatiker erkennt man an seinen staunenden Augen, mit denen er die Welt erblickt und mitten im Trubel still, grundentspannt und vergnügt sitzt. Er kann auch in stressigen Situationen die Ruhe bewahren und so ausgleichend auf sein Umfeld wirken.
Phlegmatisch veranlagte Kinder sind sehr gewohnheitsliebend. Veränderungen gefallen ihnen nicht und es kann eine Weile dauern, bis sie sich an Neues gewöhnt haben. Bei Stress werden sie mitunter erst recht gemütlich – was Eltern herausfordern kann, wenn es mal wieder schnell gehen muss. Hektik macht sie langsam. Ist mir das als Elternteil bewusst, kann ich beispielweise früher aufstehen, um einen entspannten Morgen ohne Zeitdruck zu verbringen, bevor es in den Kindergarten geht.
Aufgaben führt der kleine Phlegmatiker gerne sehr genau aus und nimmt sich dafür auch Zeit. Deshalb braucht er für manches länger als Kinder mit anderen Temperamenten. Hier ist es hilfreich, dem Kind auch mehr Zeit einzuräumen, damit es nicht gedrängt werden muss und als Reaktion auf diesen äußeren Drang noch mehr in seine Ruhe verfällt.
Einen Phlegmatiker aus der Ruhe zu bringen, ist übrigens nicht einfach. Wenn er aber traurig ist und weint, dann kann man davon ausgehen, dass wirklich etwas für ihn Schlimmes passiert ist. Es ist an uns Eltern, unsere Kinder durch ihre Wut, ihren Zorn und auch ihre Trauer zu begleiten – auch, wenn wir die Gründe dafür manchmal selbst nicht nachvollziehen können.
In einem Umfeld mit viel Lebensfreude und Heiterkeit bekommt der Phlegmatiker Anregungen, aus seiner Ruhe zu kommen und sich anstecken zu lassen. Kinder mit vielen Ideen und einem starken Bewegungsdrang tun ihm gut. Für Eltern gilt es, viel Verständnis und Vertrauen in seine Entwicklung und seine Langsamkeit aufzubringen und in sich selbst Ruhe, Gelassenheit und Friedfertigkeit zu wecken, um ihrem Kind entgegenzukommen.


Der kleine Choleriker
Choleriker sind auf der einen Seite wahrheitsliebend, begeisterungsfähig und gerechtigkeitsliebend, andererseits aber auch schnell aufbrausend, wenn etwas nicht läuft wie geplant oder erhofft. So wütend sie sein können – und dabei mitunter dabei auch um sich schlagen, toben oder buchstäblich versuchen „mit dem Kopf durch die Wand“ zu gehen – so schnell vergessen ist der Zorn auch wieder. Einmal raus, ist alles wieder gut. Bei Erwachsenen finden sich Menschen mit diesem Temperament häufig in Führungspositionen.

 

 

Hier zeigt sich die Temperamentenlehre recht nebulös und teilweise widersprüchlich. Wenn ich mich selber als Sanguiniker ansehen soll, dann sind meine Eigenschaften zum größten Teil zutreffend beschrieben, aber zu ca. 25% stimmen sie nicht. Bei anderen Menschen dürfte es ähnlich sein. Aus dieser Sachlage heraus entstand die Theorie, dass es unzählige Mischformen geben sollte, was die ganze Lehre vollends unglaub-würdig erscheinen lässt. (Was würden wohl die Gene von diesen Begrifflichkeiten halten?) Bei zwei Einträgen fehlen die Melancholiker. Mit denen kommt man offenbar schlecht zurecht, bei Jan Meier liegt die Einschätzung voll daneben. Der Melancholiker ist ausgesprochen kämpferisch und geradezu süchtig nach Streit, wie z. B. Paulus.

 

Anstelle dass ich mich an den hier vorgestellten Einschätzungen abarbeite, möchte ich lieber hinweisen auf das, was alles fehlt:

 

Warum gibt es eigentlich 4 Temperamente, und nicht 3 oder 5 ?

 

In welcher Beziehung stehen die T. zueinander oder gegeneinander? Anders gefragt, wie paaren sie sich? Wie organisieren sie sich in Grundformationen? Wie stellt sich ihre Verteilung in größeren Assoziationen dar?

 

Was ist die Ursache, dass eine verlässliche Begründung der Temperamentenlehre auch nach 2500 Jahren noch nicht entwickelt werden konnte?

 

In welcher Beziehung stehen die Temperamente zu den gesellschaftlichen Grundwerten: Bewegung, Ruhe, Ordnung, Chaos?

 

Gibt es Wechselwirkungen entsprechend dem Magnetismus?

 

Gibt es ein Tabu, welches die Aufdeckung der wahren Ursachen verhindert, und noch stärker wirkt als das Tabu der Sexualität, sodass die seriöse Wissenschaft die Beschäftigung mit dem Phänomen meiden muss? (Bei den Urhebern der Einträge fehlt eine Doktor- oder Professorenbezeichnung. Für die Wissenschaft ist die Temperamentenlehre ein blinder Fleck.)

 

Was ist die Historie der vier Temperamente? Ist sie als Alleinstellungsmerkmal der Menschen vom Himmel gefallen, oder gibt es sie auch im Tierreich, und wenn ja, wo und seit wann?

 

Was sind die Vorteile, und was die Nachteile der 4 T.?

 

Vor allem vermisse ich jeden Hinweis auf die Sexualität (oh wie peinlich!). Sie ist die einzige genetische Kraft, welche die Temperamente definieren und für das ganze Leben festnieten kann.

 

Die angeführten Thesen erscheinen mir so als Betrachtungen von Wolke 7 auf ein Blätterdach im Urwald, wobei der Stamm und die Wurzeln unsichtbar bleiben.

Leider, auch ich kann nichts beweisen; der Beweis ist die Zwangsjacke, die sich die Wissenschaft angelegt hat, was ich generell für sinnvoll halte, solange der Gegenstand der Betrachtung nicht tabuisiert ist. Ich kann lediglich einen neuen Denkansatz vorstellen, welcher die Gegebenheiten einsichtig macht, und recht naheliegend, und in seinem sexuellen Instrumentarium hinreichend bekannt ist. Die Suche nach den Ursachen könnte die Genetiker vor fast unlösbare Probleme stellen angesichts des genetischen „Urwalds“.

 

Vor der Lektüre meiner Abhandlung muss ich Personen warnen, welche in den ratternden Kreislauf des Alltags verstrickt sind. Da alle Menschen von den sexuellen Implikationen betroffen sind, und niemand sich damit herausreden kann, das beträfe nur andere, könnte die ungeschminkte Wahrheit die persönlichen Beziehungen empfindlich stören. Ich kann nicht davon ausgehen, dass die Menschen wahrheitsliebend sind. Deshalb gibt es die Tabus.

 

Olle Anderlech (Samstag, 25. Dezember 2021 23:43)

Vier Temperamente, ein Thema was wohl nur im geheimen gelesen wird.

 

Jürgen Zopf (Samstag, 14. Dezember 2019 19:40)

Wenn ich auf Deine Seite bin, komme ich mir so nackt vor. Weil Deine Texte mich ausziehn und mein wahres ich zeigen! Danke!

 

Andererseits kann die Lektüre sehr hilfreich sein für Menschen, welche aus den Zwängen des Alltags herausgerissen wurden, sei es durch Pensionierung, persönliche Katastrophen oder Niedertracht.

In seltenen Fällen kann auch die sonst unangenehme Selbsterkenntnis hilfreich sein, vor allem wenn man in einer Krise gefangen ist.

Die Urheber der folgenden Einträge scheinen an meiner Abhandlung zumindest geschnuppert zu haben.

 

Dr. med. Eberhard Griese(Montag, 17. Februar 2020 04:36)

Ich hoffe du verstehst etwas von künstlicher Beatmung. Du raubst mir nämlich den Atem

 

Otmar Weiss (Mittwoch, 23. Juni 2021 23:27)

Bin überrascht, was Du so alles erlebt hast und überlebt hast. In der Zeit war wohl alles anders. Jetzt hast du Zeit um mit Deiner Vergangenheit umzugehn. Ich finde Du hast die vier Temperamente gut aufgegliedert, und es macht Sinn es zu lesen. Danke

 

Dieter Geier (Montag, 17. Februar 2020 01:28)

Verrückter Typ der das alles schreibt, gut das ich über 60 bin, sonst wäre wohl die Homepage nichts für mich!

 

Elke Reh (Montag, 17. Februar 2020 01:27)

Ich habe schon viel gesehen und gelesen!
Doch Deine Seite ist sehr gut und sogar in der Richtung von Wahrheit!

 

Dr. Wolfgang Schreiber (Montag, 17. Februar 2020 01:01)

Blöderweise lässt die Wahrheit manchmal alles wie eine Lüge erscheinen.

 

Marion Steif (Samstag, 14. Dezember 2019 19:03)

Hallo Jürgen, danke für Deine Seite, die zeigt das was der Mensch ist!

 

Wolfgang Klein (Samstag, 14. Dezember 2019 19:16)

Hallo Jürgen, ich finde heute Deine Seite im Internet. Und bin erst überrascht, dass Du so einen Anzeigentext hast. Jetzt auf der Seite spiegelt sich ein Künstler und gibt einfach Menschen einen Gedankenansatz zum Mensch sein und welcher Typ man ist!

 

 

Nachtrag: Eine Kontaktaufnahme mit Trägern der Wissenschaft verlief in betretenem Schweigen. Die letzteren Einträge sind auch eine mildere Form davon. Das Tabu des Privatlebens scheint zur Zeit unüberwindlich. Meine Printversion der Temperamente bei Verlagen einzureichen kann ich mir schenken. Ein Verkaufserfolg lässt sich damit für den Verlag nicht erzielen.